Zusammenfassung
Diese Lektion zeigt, wie man einen wissenschaftlichen Vortrag mit Beamer gestaltet, der LaTeX-Dokumentklasse für Folien. Sie erklärt, warum es sich lohnt, die Präsentation mit denselben Werkzeugen zu schreiben wie die Arbeit, die sie vorstellt; sie zeigt die Klasse beamer mit dem Seitenverhältnis, den Frame als Einheit der Präsentation, die Titelseite und das aus den Abschnitten erzeugte Inhaltsverzeichnis; sie stellt die Präsentations-, Farb- und Schriftthemen vor und wählt ein schlichtes aus; sie erklärt die Overlays, die den Inhalt schrittweise aufdecken, und leitet her, wie jedes Overlay zu einer Seite des PDF wird; sie vereint Spalten, Abbildungen, Blöcke und Sätze in einem Frame; sie überträgt das Literaturverzeichnis der vorigen Einheit mit kurzen Zitaten auf die Folien; sie zeigt Vortragsnotizen und Handouts für das Publikum; sie erklärt, wie fontspec mit der serifenlosen Schrift zusammenwirkt, die Beamer standardmäßig verwendet; und sie schließt mit den Regeln einer lesbaren Folie.
Lernziele
- Mit der Klasse beamer eine Präsentation im Format 16:9 setzen, mit Titelseite, Abschnitten, Inhaltsverzeichnis und Frames mit Titel.
- Schlichte Präsentations-, Farb- und Schriftthemen wählen und den Zierrat entfernen, der dem Vortrag nicht dient.
- Overlays mit
\pause,\only,\uncover,\alertund den Spezifikationen in spitzen Klammern schreiben und vorhersagen, wie viele Seiten jeder Frame erzeugt und was jede davon zeigt. - Einen Frame mit Spalten, Abbildungen, Blöcken und Sätzen gliedern, mit den Bezeichnungen der Sätze auf Deutsch.
- Auf den Folien mit biblatex knapp zitieren und den Frame mit dem Literaturverzeichnis setzen.
- Aus derselben Quelle Notizen für den Vortrag und Handouts für das Publikum erzeugen und die Schrift der Folien mit fontspec ändern, im Wissen, welche Schriftfamilie Beamer verwendet.
Warum mit Beamer präsentieren
Ein wissenschaftlicher Vortrag, ob Disputation, Konferenzbeitrag oder die Vorstellung einer Seminararbeit, fasst fast immer ein Dokument zusammen, das schon existiert. Wurde dieses Dokument in LaTeX geschrieben, so zwingt eine Präsentation mit einem Folienprogramm dazu, von Hand neu zu machen, was schon getan war: die Formeln abschreiben, die Abbildungen exportieren, die Zitate neu schreiben. Beamer ist eine LaTeX-Dokumentklasse wie article oder report, deren Ergebnis ein PDF ist, in dem jede Seite eine Folie ist. Daraus folgt das Wesentliche: In einer Präsentation mit Beamer gelten dieselbe Präambel, dieselben eigenen Befehle aus der Lektion über Makros und eigene Präambel, dieselben Formeln, derselbe TikZ-Code und dieselbe Literaturdatenbank wie in der Arbeit.
Nun ist Beamer nicht immer die richtige Wahl. Besteht der Vortrag vor allem aus großen Bildern oder aus aufwendigen Animationen, kann ein Folienprogramm direkter sein. Seine Stärken spielt Beamer aus, wenn die Präsentation Mathematik, Code, schrittweise Herleitungen oder Zitate enthält und wenn das Ergebnis ein PDF sein soll, das sich auf jedem Rechner gleich öffnet, ohne davon abzuhängen, ob das Programm oder die Schriften auf dem Rechner im Hörsaal installiert sind.
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